Projektdokumentation

(Stand 2007/2008)

Der stadtweite Dialog "Stadtumbau Wilhelmshaven" wurde im September 2003 mit einer großen Auftaktveranstaltung erfolgreich gestartet und in Arbeitskreisen zu den Themenbereichen Wohnen, Handel, Innenstadt, Wirtschaft, Versorgung und Kultur, Freizeit, Bildung mit entsprechenden Untergruppen fortgeführt. Die Arbeitsgruppen wurden geleitet von lokalen Experten der jeweiligen Themenbereiche; die Teilnehmer kamen aus Behörden, Verbänden, Vereinen und Unternehmen. Der Zukunftsdialog wurde durch einen Flyer, eine Website, einen Newsletter und die lokale Präsenz in Form eines Stadtumbaubüros unterstützt. 2005 wurden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zu einem Stadtumbaukonzept mit Handlungsempfehlungen zusammengeführt.

Parallel zur Durchführung des stadtweiten Dialogverfahrens erfolgte eine Bestandsaufnahme für den Stadtteil Fedderwardergroden. Seit Anfang 2005 wurde darauf basierend in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Jade mbH ein Stadtteilentwicklungsplan (11 MB) mit städtebaulichen Wegweiserprojekten formuliert. Begleitet wurde die Konzepterstellung durch einen Stadtteildialog bei dem die Vorschläge der Gutachter zur Entwicklung des Stadtteils vorgestellt und diskutiert wurden. Der Stadtteilentwicklungsplan wurde im Juli 2006 vom Stadtrat zur Kenntnis genommen. Eine Umsetzung vorgeschlagener Maßnahmen scheiterte allerdings zunächst daran, dass die Wohnungsbaugesellschaft Jade mbH als Eigentümerin der meisten Wohngebäude von einer Private Equity-Gesellschaft an eine weitere Private Equity-Gesellschaft verkauft wurde und der Stadtumbau derzeit nicht Schwerpunkt der Geschäftspolitik des Unternehmens darstellt. Bestandteil der konzeptionellen Überlegungen in Fedderwardergroden war auch eine Machbarkeitsstudie mit der die Chancen der Ausgründung von Wohnungsteilbeständen in genossenschaftliche Trägerform überprüft wurden. Eine zeitnahe Umsetzung dieser Strategie ist aktuell nicht zu erwarten.

Die Stadt Wilhelmshaven hat aufbauend auf dem Stadtumbaukonzept seit 2005 ergänzende und konkretisierende konzeptionelle Arbeiten vorgenommen: So wurde eine Vorbereitende Untersuchung für angrenzende Bereiche des Innenhafens mit dem Ziel durchgeführt, durch städtebauliche Maßnahmen weitere Impulse für die Entwicklung des Gründerzeitquartiers Südstadt/Bant zu geben. Weiterhin ist 2007 ein "Integriertes städtisches Entwicklungs- und Wachstumskonzept" erarbeitet worden, das als Grundlage für die Anmeldung von EFRE-Fördergebieten im Maßnahmebereich "Erneuerung und Entwicklung städtischer Gebiete" dient.

Im Sommer 2004 und Herbst 2005 ist der Wohnungsleerstand von der Stadt Wilhelmshaven in Zusammenarbeit mit dem Stromversorger GEW (Gas, Elektrizität, Wasser GmbH) analysiert worden (Stromzählergestützte Leerstandsanalyse). Die Erhebung auf Basis abgemeldeter Stromzähler über einen Zeitraum von drei Monaten zeigt im Ergebnis einen gesamtstädtischen Leerstand von 5% auf, wobei der Leerstand v.a. in den verdichteten gründerzeitlichen Quartieren rund um die Innenstadt überproportional hoch (z.T. > 15%) ist.

Im Jahr 2005 hat die Stadt Wilhelmshaven zudem zusammen mit drei Privatunternehmen eine - bereits auch in anderen Pilotstädten diskutierte - öffentlich-private Entwicklungsgesellschaft gegründet, die den Stadtumbau in einem von vielen Einzeleigentümern geprägten innenstadtnahen Quartier unterstützen soll. Nähere Informationen zur Arbeit der Entwicklungsgesellschaft sind der Unternehmenswebsite sowie einem Vortrag des Geschäftsführers der Gesellschaft im Rahmen des Fachöffentlichen Forums im September 2006 in Kassel zu entnehmen.

Impulsprojekte im Stadtteil Siebethsburg
Familienfreundliche Altbauwohnungen in SiebethsburgBei den Impulsprojekten hat das starke Interesse der Wohnungswirtschaft an einer schnellen Realisierung zu einem frühen Projektfortschritt geführt. Eine Tagespflegeeinrichtung für Alzheimer- und Demenzkranke, eine Sozialstation und räumliche Angebote für eine Kurzzeitpflege konnten bereits im April 2003 im Stadtteil Siebethsburg in den Beständen des Bauvereins Rüstringen e.G. eröffnet werden. Eine ausführliche Würdigung dieses Dienstleistungsansatzes finden Sie hier. Mitte 2005 erfolgte hier zudem die Eröffnung des erweiterten Stadtteiltreffs "Auf Siebethsburg". Im Jahr 2006 wurden im Projekt Familienfreundliches Wohnen zehn Altbauwohnungen umgebaut, die den Anforderungen unterschiedlicher Haushaltsformen mit Kindern gerecht werden. Zudem wurde der Umbau von fünf Wohnungen im Projekt Junges Wohnen (www.easyliving-whv.de) auf Siebethsburg umgesetzt, welches sich vorrangig an die Zielgruppe Studierende und Berufsanfänger richtet. Die neuen Qualitäten der Gartenstadtsiedlung Siebethsburg stellte Frank Menzel, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins Rüstringen e.G., anlässlich eines Fachöffentlichen Forums in Essen im Juni 2007 vor. Die Präsentation finden Sie hier.

Impulsprojekte im Stadtteil Fedderwardergroden
Broschüre zum Projekt Wohnen für junge MütterIm Stadtteil Fedderwardergroden konnte für die Zielgruppe Studierende das Impulsprojekt "Students Village" in drei Gebäuden mit 30 Wohnplätzen realisiert werden. Für schwangere Frauen und junge Mütter wurde mit Umbau von 17 Wohnungen ein neues Wohnangebot für die Bedürfnisse Alleinerziehender geschaffen. Damit konnten erste Erfahrungen gesammelt werden, welchen Beitrag die zielgruppenspezifische Anpassung von Wohnungsbeständen unterschiedlicher Baualtersklassen als wohnungswirtschaftliche Strategie in schrumpfenden Städten Westdeutschlands leisten kann. Des Weiteren erfolgte eine Aufwertung des Stadtteilzentrums Fedderwardergrodens in Kooperation mit dem Eigentümer einer Einkaufspassage, welche Anfang 2007 abgeschlossen wurde.

Im zwischen Innenstadt und Hafen gelegenen Gründerzeit-Stadtteil Südstadt/Bant wurden keine Impulsprojekte mit Fördermitteln des ExWoSt-Forschungsfelds Stadtumbau West durchgeführt. Das Gebiet fand aber Berücksichtigung im Rahmen einer Fallstudie des Forschungsfeld-Gutachtens zur Rolle privater Eigentümer im Stadtumbau. Die Dokumentation der Ergebnisse als Werkstatt:Praxis-Heft des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung einschließlich der Fallstudie zum Stadtteil Südstadt/Bant finden Sie hier.

Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Wilhelmshaven mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld finden Sie hier.