Projektdokumentation

(Stand 2007/2008)

Der Stadtumbau West-Prozess in Völklingen war von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit geprägt. In 2003 wurden unter anderem zwei so genannte "Stadtumbau-Wochen" durchgeführt, in deren Rahmen sich die Bürger über laufende Projekte informieren konnten. Bürgercafé als BeteiligungsinstrumentIn diesem Zusammenhang wurde auch ein "Stadtumbau-Lokal" im Stadtzentrum initiiert, in welchem Informationsveranstaltungen, Workshops und Arbeitsgespräche stattfinden. Dies gab Interessierten die Möglichkeit, sich regelmäßig über das Vorhaben und den Stand der Dinge zu informieren und eigene Ideen einzubringen. In 2005 wurden weitere Stadtumbau-Wochen durchgeführt, im Rahmen derer die Initiierung eines Bürgercafés als Instrument der Bürgerbeteiligung zum Einsatz kam. Ein eigens gedrehter Imagefilm und ein Flyer unter dem Slogan "Völklingen macht sich auf die Socken" begleiteten die Außendarstellung des Stadtumbau-Vorhabens. Die Wirkung dieser Medien wird als sehr positiv eingeschätzt.

Neben der Öffentlichkeitsarbeit sind konzeptionelle Vorarbeiten und Untersuchungen durchgeführt worden. Bereits im Jahr 2003 wurde eine Wohnungsmarktanalyse für die Innenstadt sowie das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Völklingen fertig gestellt. Darüber hinaus wurden Machbarkeitsstudien für zwei leer stehende Großimmobilien erarbeitet.

Impulsthema "Geschäftsstandort Innenstadt"
Trotz anfänglich großer Hindernisse konnten zum Ende des Forschungsfeldes wichtige Maßnahmen zur Stärkung des Geschäftstandortes realisiert werden bzw. für eine Realisierung vorbereitet werden. So galt die Sanierung von vier Jugendstilhäusern in der Rathausstraße von Beginn an als eines der wichtigsten Initialprojekte im Stadtumbau. Dies ist zum einen durch die exponierte Lage am Anfang der Rathausstraße (vom Weltkulturerbe Völklinger Hütte kommend) begründet. Zum anderen sind die Gebäude aufgrund ihres teilweise hohen Anteils an originaler Bausubstanz wichtige Zeugen der Völklinger Geschichte. Nach Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft (vgl. unten) konnten drei der vier Gebäude erworben und bis Herbst 2007 umfassend saniert werden. Einen Vermarktungsprospekt finden Sie hier.
Der Prozess im Hinblick auf eine leer stehende Großimmobilie - dem ehemaligen Kaufhof mit anliegendem Parkhaus - ist ebenfalls in Bewegung gekommen. Nachdem eine Machbarkeitsstudie vorlag, die Kostenermittlungen für unterschiedliche Nutzungsvarianten vornahm, hat der ehemalige Eigentümer seine Kaufpreisvorstellungen korrigiert und ein Kaufangebot unterbreitet, das der Stadt den Erwerb Ende 2006 ermöglichte. Ab Frühjahr 2007 wurden Überlegungen zum weiteren Umgang mit der Immobilie konkretisiert, die hier dokumentiert sind.

Impulsthema "Gastronomie und Kultur in der Innenstadt"
Umbau des PfarrgartensIm Handlungskonzept 2003 wurde für den sog. Pfarrgarten der Ausbau seiner Funktion als attraktiver Veranstaltungsort mit Gastronomiebetrieben definiert. Hintergrund dieser Zielstellung war, dass sich durch die Open Air Konzerte im Sommer bereits eine gut besuchte und ausbaufähige Veranstaltungsreihe etabliert hatte. Die inzwischen realisierte Hauptmaßnahme umfasste eine Platzgestaltung mit Umbau der Bühne und einer temporären Überdachung. Im Zuge der Detaillierungen der Planungen wurde die City Promenade als unmittelbar angrenzender Bereich in dieses Konzept integriert. Die geplanten Maßnahmen der Aufwertung und der Verbesserung des Zugangs zu einer Parkgarage werden nach Beendigung des Forschungsfelds umgesetzt.

Impulsthema "Wohnen und Grün in der Innenstadt"
Neugestaltung des Platzes hinter dem Rathaus nach Abriss des Möbelhauses StorchIm Hinblick auf die Stärkung des Wohnstandortes und die Verbesserung der Freiraumqualitäten konnten folgende Fortschritte erzielt werden: Nach Abwägung verschiedener Alternativen hat sich die Stadt Völklingen beim sog. Kaufhaus Storch als einer zentral gelegenen und von Leerstand betroffenen Geschäftsimmobilie für Rückbau und Neugestaltung der Fläche entschieden. In einem Zwangsversteigerungsverfahren wurde das ehemalige Möbelhaus im Oktober 2004 von der Stadt erworben. Der Erwerb des Gebäudes war Voraussetzung für den im Frühjahr 2006 erfolgten Rückbau, eine Zwischennutzung als City-Strand sowie die Neugestaltung der Fläche. Nähere Informationen zum Vorhaben finden Sie hier. Weiterhin wurde ein zentral gelegenes Gebäude an der Bismarckstraße erworben und abgerissen sowie die Fläche begrünt und gesichert. Sie bietet das Potenzial für zukünftige Attraktivierung der Freiraum- wie auch Wohnsituation. Die intensiven Bemühungen, private Eigentümer in Kooperation mit der Stadt zu Wohnumfeldmaßnahmen anzuregen, sind konzeptionell vorbereitet, haben aber bei den Eigentümern noch keine Investitionen auslösen können.

Haupthindernis beim Umbau der Völklinger Innenstadt ist ihre heterogene Eigentümerstruktur. Die damit zusammenhängenden Problemstellungen und Handlungsansätze sind dokumentiert als Fallstudie in der Veröffentlichung "Private Eigentümer im Stadtumbau". Um die Chancen des Zugriffs auf wichtige innerstädtische Flächen zu erhöhen, wurde von der Stadt und weiteren Partnern im Januar 2006 eine Stadtentwicklungsgesellschaft gegründet. Ziel der Gesellschaft soll die Sanierung von Objekten in der Innenstadt sein, wenn nötig auch der Ankauf. Wichtige Aspekte der Konstruktion dieser öffentlichen-privaten Partnerschaft sowie den Stand der Arbeiten Anfang 2007 beschreibt ein Auswertungspapier. Als Initialprojekt der Gesellschaft wurden die drei Jugendstilhäuser an der Rathausstraße (siehe oben) von der Stadt angekauft und saniert.

Einen guten Überblick über die durch Stadtumbau-Maßnahmen erreichten städtebaulichen Qualitäten in der Innenstadt von Völklingen vermittelt der Vortrag von Herrn Oberbürgermeister Klaus Lorig beim Fachöffentlichen Forum in Essen.

Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Völklingen mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld finden Sie hier.