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Salzgitter
Herausforderungen und Strategien (Situationsbeschreibung zu Beginn des Forschungsfeldes)
Entwicklung und Namensgebung steht zum einen im engen Zusammenhang
mit historischen Salzfunden, zum anderen mit den Erzvorkommen, die während
des Nationalsozialismus die Basis für die Entstehung der Stadt
Salzgitter bildeten. Unter den besonderen politischen Umständen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und den damit verbundenen ideologischen Vorstellungen bot das Rohstoffgebiet ideale Voraussetzungen für eine Stadtgründung im Zeichen industrieller Eisenerzgewinnung und -verarbeitung. Die Reichswerke "Hermann Göring" wurden 1937 gegründet, damals zählte das Salzgittergebiet 19.500 Einwohner. Geplant wurde ein Industriezentrum mit 250.000 Menschen. 1939 wohnten im Salzgittergebiet bereits 46.000 Einwohner, bis 1950 stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf 100.000 Einwohner an. Heute wird Eisenerz in Salzgitter zwar nicht mehr gefördert, dennoch
wird weiterhin ausländisches Erz verhüttet und zu Stahlprodukten
weiterverarbeitet. Mit ca. 50.000 Beschäftigten ist Salzgitter
der drittgrößte Industriestandort in Niedersachsen und verfügt
über zahlreiche, weltweit agierende Unternehmen. Trotz dieser Bedeutung
als Wirtschaftsstandort hat die Stadt bereits in den letzten Jahren
Einwohnerrückgänge zu beklagen, allein 6,5% zwischen 1995
und 2003. Für die Zukunft wird ein anhaltender Bevölkerungsverlust
erwartet, der bis 2015 die 2003 rund 110.000 Einwohner zählende
Stadt auf eine Bevölkerungszahl von 96.800 reduzieren wird*. Die Problemlagen aufgrund anhaltender Einwohnerverluste konzentrieren
sich, wie in anderen Pilotstädten auch, in den Siedlungen, in denen
Mietwohnungen mit nur suboptimalem Wohnstandard angeboten werden. In
den Stadtteilen Gebhardshagen und Bad handelt es sich dabei schwerpunktmäßig
um Wohnungsbestände aus den 1930er Jahren, in Lebenstedt um solche
aus den 1960er Jahren. Einzelne Wohngebiete weisen Leerstandsquoten
bis zu 20% auf, in einigen Wohngebäuden stehen bis zu 60% der Wohnungen
leer. Im Stadtumbau-Prozess steht Salzgitter vor der Herausforderung, eine
stadtverträgliche Marktanpassung von Mietwohnungsbeständen
in mehreren Wohnsiedlungen aus den 1930er und 60er Jahren bei gleichzeitiger
Anpassung verbleibender Wohnungsangebote an heutige Wohnwünsche
vorzunehmen. Dabei wird besonderes Augenmerk darauf gelegt werden müssen,
wie die anhaltende Nachfrage nach Eigenheimen bei der Umstrukturierung
der Wohnsiedlungen berücksichtigt werden kann. Im landschaftlichen Reiz und in der landschaftlichen Vielfalt der relativ
weit auseinander liegenden Stadtteile sieht die Stadt Salzgitter das
Potenzial, die Abwanderung in Nachbarkommunen zu vermindern. Dieses
Potenzial soll durch ein Angebot an Baugrundstücken und Wohnungen,
das die Chancen der Innenentwicklung durch Umstrukturierung von Wohngebieten
aus den 1930er und 60er Jahren mit einschließt, systematisch erschlossen
werden. Auch die Erneuerungsmaßnahmen im Zuge des Programms "Die
soziale Stadt" in Fredenberg sowie der Ost- und Westsiedlung verfolgen
dieses Ziel.
*Quelle: Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES) 2001: Wohnungsprognose 2015: Berichte zu den Wohnungsmärkten; Hannover
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