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Pirmasens
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Herausforderungen und Strategien (Situationsbeschreibung zu Beginn des Forschungsfeldes)
Eine große Anzahl - heute oft leer stehender - Produktionsstätten
zeugten ebenso von der außergewöhnlichen Bedeutung der Schuhindustrie
für die Stadt wie der internationale Messeplatz Pirmasens - immerhin
ist dies der einzige internationale Messestandort des Landes Rheinland-Pfalz. Als wäre die Abhängigkeit von einer Wirtschaftsbranche nicht
schon genug Risiko, hatte sich mit dem Militärstandort Pirmasens
ein zweiter bedeutender Entwicklungsfaktor in der Stadt herausgebildet.
Über 3.500 amerikanische Soldaten mit ihren 6.500 Angehörigen
brachten bis in die 1990er Jahre, stationiert auf der so genannten "Husterhöhe"
nicht weit von der Innenstadt, Kaufkraft und über 4.000 zivile
Arbeitsplätze nach Pirmasens. Der Niedergang der Schuhproduktion am Standort Deutschland seit Anfang
der 1980er Jahre leitete einen schmerzlichen Veränderungsprozess
in Pirmasens ein: Über 15.000 Arbeitsplätze gingen in der
Schuhindustrie verloren. Mit dem Abzug der Amerikaner verlor die Stadt
weitere Kaufkraft und Arbeitsplätze. Als Konsequenz konstatierte
Pirmasens 1997 fast 20% Arbeitslosigkeit und damit die höchste
Arbeitslosenquote von Rheinland-Pfalz. Damit einher ging ein Bevölkerungsrückgang
von mehr als 5.100 Einwohnern zwischen 1985 und 2001.
Die Stadt Pirmasens steht nun vor der Aufgabe, Bewältigungsstrategien
für den durch den skizzierten Wandel verursachten Schrumpfungsprozess
zu entwickeln. Dabei stellt die geographische Randlage im äußersten
Westen Deutschlands ein zusätzliches Hindernis dar. Eine erfolgreiche
Innenstadtentwicklung voranzutreiben, die Nachnutzungspotenziale für
innerstädtische Industriebrachen erschließt und einen stadtverträglichen
Rückbau des Wohnungsbestandes beinhaltet, dürfte die größte
Herausforderung für Pirmasens sein. Die Stadt Pirmasens setzt sich - teilweise mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz - bereits seit einigen Jahren systematisch mit der Bewältigung des einschneidenden Wandels auseinander. So wurde schon 1996 vom Pirmasenser Marketing e.V., einem Zusammenschluss lokaler und regionaler Unternehmen, engagierter Bürger und der Stadt Pirmasens, ein Stadtleitbild "Pirmasens 2010" erarbeitet. Mit Stadtratsbeschluss vom März 2001 sind städtebauliche Untersuchungen in der so genannten "Erweiterten Innenstadt" durchgeführt worden, die in ein Innenstadtentwicklungskonzept mündeten. Der Stadtumbau-Prozess setzt diese Bemühungen mit konzeptionellen Ergänzungen und investiven Maßnahmen fort. Dabei ergreift Pirmasens vielfältig Chancen, um Konzepte zum Stadtumbau zu konkretisieren. So wurde 2004 beispielsweise eine Bewerbung (Auszug) zur Landesgartenschau erstellt, in der die Stadtumbau-Vorhaben eine Profil bildende Rolle spielen. Des Weiteren hat Pirmasens an der Initiative "Werkstatt Innenstadt Rheinland-Pfalz" und am Wettbewerb "Tatort Stadt" teilgenommen.. Im Jahr 2005 erfolgte die Aufnahme Pirmasens mit verschiedenen Bewerbungspartnern in das EU-Programm Interreg III b NWE (Nord-West-Europa) MSC (medium sized cities). Dieses Programm zielt auf die Attraktivierung des Städtesystems insbesondere für Mittelzentren mit der Veränderungsproblematik demographischer, wirtschaftlicher und stadtfunktionaler Wandel. Das Projektgebiet umfasst dabei einen innerstädtischen West-Ost-Korridor, der auch die Impulsprojekte Rheinberger und Messeumfeld einschließt. |
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