Projektdokumentation

(Stand 2007/2008)

Der Entwurf eines Innenstadtentwicklungskonzeptes von 2002 wurde im Rahmen der Laufzeit des ExWoSt-Forschungsfeldes zum Stadtentwicklungskonzept Pirmasens weiterentwickelt. Dieses Stadtentwicklungskonzept gliedert sich in zwei Teile, wobei der Teil I gesamtstädtische Analysen und Fachkonzepte vom Städtebau über Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel bis zur technischen Infrastruktur beinhaltet. Wichtige investive Bausteine dieses Stadtentwicklungskonzeptes sind drei Impulsprojekte bzw. -themen.

Impulsprojekt Rheinberger
Das Rheinberger vor den Umbaumaßnahmen (oben) und danach (unten)Auf der Basis eines Nachnutzungskonzeptes für den Rheinbergerkomplex wurden seit 2005 Rückbau- und Umbaumaßnahmen am Gebäude der ehemaligen Schuhfabrik durchgeführt. Als flankierende Maßnahme wurde das Umfeld des Rheinbergers als Sanierungsgebiet ausgewiesen.

Wichtige Bausteine bei der Revitalisierung des Gebäudekomplexes waren die Konzeption einer öffentlichen-privaten Partnerschaft und die Investorensuche: Im Zuge einer europaweiten Ausschreibung wurde ein Investor gefunden mit dem die Stadt Anfang 2006 eine Projektgesellschaft gegründet hat. Dazu wurden ein städtebaulicher Vertrag, ein Gesellschaftsvertrag und ein Kaufvertrag zwischen der öffentlichen Hand, vertreten durch die Stadt Pirmasens und dem Land Rheinland-Pfalz sowie den privaten Kooperationspartnern - den Gebrüdern Schweitzer - unterzeichnet. Die Stadt hat zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz die Grundfinanzierung des Projektes in Höhe von rund 11 Mio. EUR übernommen, um das Gebäude in einen Zustand der Vermietbarkeit zu bringen. Die Gebrüder Schweitzer bringen im Gegenzug rund 6 Mio. EUR in die Gesellschaft ein, um insbesondere die Ausbauinvestitionen im gewerblichen Bereich zu finanzieren. Nähere Informationen zur Projektgesellschaft finden Sie in einer Präsentation von Herrn Emil Schweitzer, auch Inhaber des Architekturbüros Schweitzer in Pirmasens, anlässlich einer Projektwerkstatt im November 2006 sowie in einem Auswertungspapier vom Januar 2007.

Als "Ankerprojekt" ist das so genannte Science-Center "Dynamikum" mit dem Leitthema "Bewegung" im Rheinberger untergekommen - die ehemalige Schuh- wird so zu einer "Wissensfabrik", die im April 2008 ihre Eröffnung feierte. Nähere Informationen zum Vorhaben finden Sie hier. Ein weiterer Baustein des Rheinbergerprojektes ist die Vermietung hochwertiger Geschäftsräume. Zwei Lokalzeitungen haben ihre Geschäftsstellen, Redaktionen und Anzeigenabteilungen bereits in den Rheinberger verlagert. Eine lokal ansässige, weltweit agierende Firma plant ihre Schulungs- und Ausstellungsräume im Rheinberger einzurichten. Die frühere Turbinenhalle soll als Restaurant mit vorgelagertem Bistro genutzt werden; in den Turmbau werden weitere Büroflächenutzer einziehen und eine Penthousewohnung vorgehalten. Eine Präsentation von Herrn Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis beim Fachöffentlichen Forum in Essen 2007 dokumentiert, mit welcher Geschwindigkeit nach Abschluss der öffentlich-privaten Partnerschaft die Wiederbelebung des Rheinbergers vorangeschritten ist.

Impulsprojekt Messeumfeld
Hauptziel des Impulsvorhabens "Messeumfeld" ist die Neugestaltung und Attraktivierung der Verbindungsachse Messe - Innenstadt. Diesem Ziel dienen Neuordnungsmaßnahmen und Änderungen der Verkehrsführung. Insbesondere die umstrittene Verkehrsführung und langwierige Abstimmungsprozesse der ergänzenden Finanzierung aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und von Anliegerbeiträgen haben zu Zeitverzögerungen bei der Umsetzung geführt. Während der Laufzeit des Forschungsfeldes wurden neben den konzeptionellen Vorarbeiten erste Ordnungs- und Gestaltungsmaßnahmen auf dem Messegelände durchgeführt.

Impulsthema Wohnen
Zur Vorbereitung des Impulsthemas "Wohnen" wurde eine umfassende Analyse von Wohnungsmarktdaten vorgenommen und eine Prognose der Wohnungsnachfrage erstellt, deren Ergebnisse in einer Wohnbaustudie zusammengefasst wurden. Die Nachfrageprognose erfolgte mit Hilfe des kostenfreien über das Internet nutzbaren Modells des Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden.

Rückbaufläche im "Winzler Viertel"Basierend auf den Ergebnissen der Studie wurde das Projekt "Wohnen für Generationen" initiiert. Im Zuge des Rückbaus veralteter Bausubstanz und dem Neubau neuer Wohnformen in einer Siedlung der 1950er Jahre, dem so genannten "Winzler Viertel", wird ein generationsübergreifendes Wohnangebot geschaffen, welches ein gemeinsames Wohnen zwischen Jung und Alt, gleichzeitig aber auch individuelles Wohnen mit hoher Lebens- und Wohnqualität ermöglicht. Das Vorhaben wird in Kooperation der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Bauhilfe und dem örtlichen Diakonischen Werk, das im Winzler Viertel u.a. eine große Altenpflegeeinrichtung betreibt, durchgeführt. Einen Informationsflyer zum Vorhaben finden Sie hier. Eine Projektpräsentation des Finanz- und Baudezernenten Michael Schieler zum Projekt finden Sie hier. Mit der Konzeption des Vorhabens haben Stadt und Projektpartner Bauhilfe und Diakonie den zweiten Preis im Rahmen des Projektes "Zukunftsradar 2030" der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) gewonnen. Einen Presseartikel zur Initiative finden Sie hier. Ende 2006 hat die Stadt Pirmasens ein Gutachterverfahren mit dem Logo des Projektes "ps:patio!"Titel "Generationsübergreifendes Wohnen in aktiver Nachbarschaft" ausgelobt, um Ideen für die Schaffung von kleinteiligen, in ihren Grundrissen an unterschiedliche Lebensabschnitte anpassbare Einheiten zu erhalten. Die Ergebnisse des Gutachterverfahrens finden Sie hier. Darüber hinaus wurde der Projektname "ps:patio - Lebensraum für Generationen", ein Logo und ein Webauftritt entwickelt. Der erste Spatenstich für Wohngebäude ist 2008 geplant.

Ein weiteres Impulsvorhaben im Impulsthema Wohnen stellt eine Flächenneuordnung mit Grundstückserwerb im innenstadtnahen Ortsteil Schachen dar. Diesem Ortsteil wurden im Stadtentwicklungskonzept eine hohe Wohnattraktivität und Chancen für Innenentwicklung attestiert. Um diese wichtigen Innenentwicklungspotenziale ausschöpfen zu können, hat die Kommune unter Prüfung von Alternativen ein Grundstück von der Post AG gekauft, dessen alte Nutzung aufgegeben worden war und für dessen Nachnutzung der ehemalige Eigentümer die Errichtung eines Postverteilzentrums erwog. Durch ein vorausschauendes kommunales Immobilien- und Flächenmanagement konnten das Interesse der Post AG beziehungsweise entsprechende Investitionen an einen stadtverträglicheren Standort gelenkt und gleichzeitig Chancen der Attraktivierung des Wohnstandortes Schachen einschließlich möglicher Investitionspotentiale im Bereich Wohnen erschlossen werden (Näheres hierzu hier).

Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Pirmasens mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld finden Sie hier.