|
Projektdokumentation
(Stand 2007/2008)
Beim
Stadtumbau-Vorhaben in Hamburg-Wilhelmsburg spielten konsequent aufeinander
aufbauende konzeptionelle Arbeiten eine wichtige Rolle. So fügten
sich die Stadtumbau-Ansätze für Hamburg-Wilhelmsburg ein in
das Rahmenkonzept "Sprung
über die Elbe", das städtebaulich einen Bogen von
der City über die Hafencity und Wilhelmsburg bis nach Harburg spannt.
Ziel dieses Rahmenkonzeptes ist es, den Raum südlich der Elbe stärker
mit der nördlichen Kernstadt zu verknüpfen. Darüber hinaus
beinhaltet es Überlegungen zur Ausrichtung der Internationalen
Bauausstellung 2013 und der gleichzeitig stattfindenden Internationalen
Gartenschau. Mit dem Beschluss des Rahmenkonzeptes im April 2005
hat der Senat auch die langfristigen städtebaulichen Perspektiven
für Wilhelmsburg beschlossen. Im Zuge der Fortschreibung wurden
und werden die Entwicklungsperspektiven der "Arbeitswelten am Reiherstieg"
in Wilhelmsburg in einem Planwerk konkretisiert und aufbereitet. U.a.
mit der Veranstaltungsreihe "Stadtgespräche" der Technischen
Universität Hamburg-Harburg konnte ein stadtweit eingeführtes
Gesprächspodium zur fachöffentlichen Diskussion von Zukunftschancen
genutzt werden. Einen Ergebnisbericht der vier Gespräche zu den
Themen "Wirtschaft", "Regionalentwicklung", "Umwelt,
Kultur und Freizeit" sowie "Hafenentwicklung" finden
Sie hier.
Eine weitere inhaltliche Unterstützung erfuhren die Überlegungen
im Bereich "Reiherstieg" durch die Teilnahme Hamburgs an "Europan",
dem größten europäischen Ideenwettbewerb für Städtebau
und Architektur. Das Thema des 8. Europan-Wettbewerbs 2005 lautete:
"European Urbanity - Strategien und Lösungen für die
Zukunft der europäischen Stadt". Die Beschreibung der Aufgabe
für das Hamburger Wettbewerbsgebiet finden Sie hier.
Fünf Wettbewerbsbeiträge
von Architekten aus Deutschland, Frankreich und Polen wurden prämiert.
Neben den konzeptionellen Überlegungen, die unter anderem auch
ergänzt wurden durch die Untersuchung
hafenrechtlicher Einflussfaktoren, erfolgte eine Umsetzung von Impulsprojekten
in den drei Impulsthemen "Wasser", "Wege", "Brachen":
Themenfeld Wasser
In diesem Schwerpunktbereich wurden zum einen Möglichkeiten der
wasserseitigen Erschließung der Elbinsel Wilhelmsburg mit Hilfe
von Anlegern geprüft. Im
Sommer 2005 konnte am Ernst-August-Kanal bereits ein Fähranleger
für Fahrgastschiffe und kleinere Boote errichtet werden. Nähere
Informationen zum Vorhaben finden Sie hier.
Im Zusammenhang mit dem Auswanderermuseum BallinStadt wurde 2007 zudem
ein Anleger für den Personenverkehr am Müggenburger Zollhafen
errichtet.
Des Weiteren wurden im Rahmen eines Gutachtens Möglichkeiten der
Verlegung eines den Zugang zum Spreehafenufer versperrenden Zollzaunes
in Verbindung mit einer Verschiebung der Freihafengrenze nach Norden
erörtert. Die eingeleitete Klärung des weiteren Umgangs wird
im Rahmen der Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg nach dem ExWoSt-Vorhaben
fortgesetzt.
Darüber hinaus erfolgte die Ertüchtigung einer Schleuse am
Veringkanal. Presseartikel zum Vorhaben finden Sie hier.
Themenfeld Wege
Eine attraktive Radwegeverbindung zwischen dem Norden Wilhelmsburgs
und der Innenstadt existiert bislang nicht. Unter Einbeziehung des alten
Elbtunnels soll nun ein barrierefreier Radweg geschaffen werden, der
den "Sprung über die Elbe" erstmals erlebbar macht. Zur
Überwindung des Verkehrsknotenpunktes "Argentinienknoten"
ist eine Rampen-Treppen-Lösung erarbeitet worden. Geprüft
wird auch eine stufenlose Variante. Die weitere Umsetzung des Projektes
soll im Rahmen des Regelprogramms Stadtumbau West erfolgen.
Ergänzt wurde dieser konzeptionelle Ansatz durch Maßnahmen,
die die Erreichbarkeit der Wasserläufe erleichtern. Zunächst
wurde in diesem Zusammenhang entlang des östlichen Veringkanalufers
eine Wegeverbindung als Steganlage geschaffen, die Mitte 2006 unter
dem Motto "Auf zu neuen Ufern" eingeweiht wurde. Darüber
hinaus erfolgte der Bau einer Brücke auf Höhe des Wilhelmsburger
Krankenhauses zur Anbindung des bislang schwer zugänglichen südlichen
Reiherstiegufers. Weiterhin wurden zur Herrichtung von ufernahen Flächen
in Kooperation mit dem EU-Projekt B-Sure (building on small scale urban
regeneration along rivers) in einem Beteiligungsprozess mit Anwohnern
und verschiedenen Nutzergruppen erste Umgestaltungsideen entwickelt,
die durch ein Landschaftsplanungsbüro konkretisiert wurden. Daraus
resultierend wurde 2006 eine Grünfläche am nördlichen
Ende des Veringkanals - "Sanitaspark" - umgestaltet. Neue
Spielgeräte verbessern das Spielangebot, Sträucher und Bäume
wurden ausgelichtet, damit der Kanal einsehbar wird und eine Uferpromenade
mit Sitzgelegenheiten lässt neue Blickbeziehungen entlang des Kanals
zu.
Eine Übersicht sämtlicher Maßnahmen am Veringkanal finden
Sie hier.
Ein
weiterer Bestandteil des Themenfeldes waren Überlegungen zur Schaffung
und Aufwertung von Aufenthaltsmöglichkeiten entlang der Wegebeziehungen.
In diesem Zusammenhang erfolgte eine Umgestaltung des Platzes rund um
die Bonifatiuskirche. Geschaffen wurde ein Raum mit besonderer städtebaulicher
Qualität, der als wichtiger Knotenpunkt zwischen den Wohngebieten
und dem Reiherstieg dient. Des Weiteren wurde ein Schulhof durch Umgestaltungsmaßnahmen
in das öffentliche Grün- und Wanderwegenetz eingebunden, um
Bewohnern und v.a. Kindern der Umgebung die Nutzung des attraktiven
Spiel- und Aufenthaltsortes zu ermöglichen. Nähere Informationen
zum Vorhaben finden Sie hier.
Themenfeld Brachen
Im Themenfeld Brachen wurde zunächst ein Open-Air-Kino als Zwischennutzung
auf einer Brache durchgeführt, um mit Hilfe dieser temporären
Nutzung die Aufmerksamkeit auf den Standort und seine Nutzungsperspektiven
zu erhöhen. Von Mitte Juli bis Mitte August 2004 wurden an über
30 Tagen Filme vorgeführt, die insgesamt über 2.800 Besucher
anzogen. Nähere Informationen zum Vorhaben finden Sie hier.
Ein Papier zu Zwischennutzungsvorhaben im Forschungsfeld finden Sie
hier.
Bereits
Ende 2004 erfolgte der Umbau eines markanten Altindustriegebäudes
- des ehemaligen Palminwerkes. In dem baukulturell bedeutsamen Gebäude
befinden sich nach dem Umbau neun Gewerbeateliers, die vorrangig an
Künstler und Existenzgründer vermietet werden. Nähere
Informationen zum Vorhaben finden Sie hier.
Darüber hinaus wurde eine weitere kleine reizvoll am Wasser gelegene
Brachfläche,
die eine Vernetzungszone zwischen Stadtteil und Hafen darstellt, zu
einer Aufenthaltsfläche mit Aussichtspunkt und Sitzgelegenheiten
in Form einer so genannten "Erdbank" umgestaltet.
Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Hamburg-Wilhelmsburg
mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld finden
Sie hier.
|