Projektdokumentation

(Stand 2007/2008)

Hinweisschild des StadtumbaubürosZunächst konzentrierte sich die Stadt Gelsenkirchen beim Stadtumbau im Rahmen des ExWoSt-Programms auf das Pilotprojekt Gelsenkirchen-City sowie das Areal am ehemaligen Güterbahnhof und die Wohnsiedlung Tossehof. Durch die Ausweitung auf eine gesamtstädtische Betrachtung im Rahmen der Wohnungsmarktstudie Gelsenkirchen (Wohnstudie City) hat die Bedeutung des Stadtumbaus für die Gesamtstadt zugenommen. Inhalte und Ziele der Studie, die seit ihrer Fertigstellung als Basis für Stadtumbau-Maßnahmen im Wohnungsbestand der Gesamtstadt eingesetzt wird, waren:

  • Status-quo-Analyse des Gelsenkirchener Wohnungsmarktes
  • Bewertung und Typisierung der Wohnungsbestände
  • Entwurf einer wohnungspolitischen Gesamtstrategie mit Aussagen zur weiteren Entwicklung im Einfamilienhausbau und der zukünftigen Baulandpolitik
  • Wohnungsbestandspolitik und -verbesserung im Stadtumbau sowie Identifizierung von Stadtumbau-Gebieten

Impulsprojektbereich GE-City
Kartografische Darstellung der vertieft untersuchten BaublöckeDie Attraktivierung der Gelsenkirchener City als Wohnstandort wurde und wird u.a. am Beispiel von zwei Baublöcken erprobt: Im Vorfeld investiver Maßnahmen wurden anhand eines Baublocks modellhaft Vermögenswerte in Stadtumbau-Gebieten mit Hilfe eines Gutachtenauftrags analysiert. Dies beinhaltete die Bestimmung wertmäßiger Entwicklung des Baublocks mit und ohne Stadtumbau-Maßnahmen und die Erarbeitung eines Verfahrens zum Lastenausgleich bei (Teil-) Abrissmaßnahmen. Ein zweiter Baublock wurde ausgewählt und mit den Eigentümern beider Blöcke in Gruppen- und Einzelgesprächen über eine Anpassung und Aufwertung der Innenhöfe diskutiert. Zudem wurden Möglichkeiten der Nutzung von Zuschüssen im Rahmen eines Haus- und Hofflächenprogramms vorgestellt. Die mit der heterogenen Eigentümerstruktur zusammenhängenden Problemstellungen und Handlungsansätze der Stadt Gelsenkirchen sind dokumentiert als Fallstudie in der Veröffentlichung "Private Eigentümer im Stadtumbau".

Im Themenfeld Einzelhandel wurde im Oktober 2004 ein sog. Kümmerer eingestellt, der die Einzelhändler und Ladenbesitzer im Schwerpunktbereich City betreut (Leerstands- und Vermietungsmanagement), ein Branchenmixkonzept sowie Konzepte zur Modernisierung der Fußgängerzone erstellt. Darüber hinaus wurde ein so genanntes EinzelhandelsInformationsSystem (EIS) als Informationsplattform über alle Einzelhandels- und Gewerbeobjekte in der Innenstadt entwickelt. Nähere Informationen zum Vorhaben finden Sie hier. Um eine Einflussnahme auf das Aussehen der angrenzenden Gebäude in der Hauptgeschäftslage der City vornehmen zu können, ist im Dialog mit allen innenstadtrelevanten Akteuren eine Mischung aus Festsetzungen und Empfehlungen in Form von Gestaltungssatzung und Gestaltungsfibel erarbeitet worden.

Die Gesamtstrategie zur Belebung des Innenstadteinzelhandels erfolgt in enger Kooperation mit der Standort- und Immobilienmanagement-Gesellschaft Gelsenkirchen-City mbH (SIG), die Anfang 2006 gegründet wurde. Schwerpunkt der Arbeit der SIG liegt zunächst auf dem Hauptmarkt und der Hauptstraße. Im Zuge der Überführung des Wochenmarktmanagements an die SIG wurde ein neues Nutzungskonzept erarbeitet und umgesetzt. Dies schließt die Akquisition neuer Marktbeschicker und die Verbesserung der Organisation durch Einsatz einer Marktmeisterin ein. Seit 2007 ist der sog. "Kümmerer", der Einzelhändler und Eigentümer in der City betreut, bei der SIG angestellt und wird anteilig von ihr bezahlt. 2007 wurde auch eine gutachterliche Stellungnahme zu den "Zukunftsperspektiven für den Einzelhandelsstandort Gelsenkirchen-City" erarbeitet. Neben der Auswertung aktueller Marktdaten wird u. a. Bezug genommen auf mögliche Profilierungspotenziale und Entwicklungstrends. Das Gutachten finden Sie hier.

Umbaumaßnahmen am "Platz der Alten Synagoge"In Bezug auf die baulichen Maßnahmen wurden für den Elisabethplatz eine Umgestaltung vorgenommen. Darüber hinaus erfolgte eine Umgestaltung des Straßenraumes der bisher in zwei Richtungen befahrbaren Georgstraße zu einem "Platz der Alten Synagoge", der einen angemessenen Vorplatzbereich der neu entstandenen "Neuen Synagoge" bildet.

 

Bahnhofstraße nach  der NeugestaltungIn Bezug auf die Bahnhofsstraße, die zu Vorhabenbeginn noch erhebliche funktionale und gestalterische Mängel aufwies, konnten mittlerweile die wesentlichen raumprägenden Elemente ausgetauscht werden und somit ein in der Gesamtheit deutlich attraktiveres Erscheinungsbild der Fußgängerzone erzielt werden. Einen guten Überblick über die im Rahmen des Forschungsfelds geschaffenen neuen städtebaulichen Qualitäten der Gelsenkirchener City vermittelt die Präsentation von Herrn Michael von der Mühlen beim abschließenden Fachöffentlichen Forum in Essen.

Impulsprojektbereich Flankierende Maßnahmen für den erweiterten "City-Rahmen"
Ein Schwerpunkt der gesamtstädtischen Wohnungsmarktanalyse lag auf der Ermittlung der Zukunftsfähigkeit und -perspektive der Siedlung Tossehof. In diesem Zusammenhang wurde ein integriertes Quartiersentwicklungskonzept erarbeitet, welches Anfang 2006 fertig gestellt wurde. Neben dem Rückbau von rund 100 Wohneinheiten sieht das Konzept die Initiierung eines umfassenden Quartiersmanagements sowie Wohnumfeldmaßnahmen vor. Nähere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier. Die vielfältigen Handlungsstränge erfordern eine transparente Arbeits- und Organisationsstruktur, in der die Zusammenarbeit zwischen der Gelsenkirchener Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH (GGW) als Eigentümerin, der THS Consult als Auftragnehmer, der Stadtverwaltung, den Bewohnern sowie den politischen Gremien geregelt ist.
Das Quartiersmanagement nahm unter der Federführung des Referates Kinder, Jugend und Familie seine Arbeit in der zweiten Hälfte des Forschungsfeldes auf. Die Quartiersmanagerin begleitete im Gebiet die intensive Vorbereitungsphase, welche ab 2008 in eine ebenso intensive bauliche Umstrukturierungsphase eintritt, unterstützte dabei die Nachbarschaftsbildung und hat bzw. wird durch eine aktivierende Öffentlichkeitsarbeit zur Verbesserung des Images der Wohnsiedlung Tossehof beitragen.

Schüleraktion auf der GüterbahnhofsbracheWeiterhin ist im Rahmen der Erstellung eines Planungskonzeptes für die Begrünung und Zwischennutzung der brachgefallenen ehemaligen Bahnanlagen und die Um- und Grüngestaltung des Umfeldes auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände Schalke-Süd bereits eine Pflanzaktion mit Schülern einer Hauptschule durchgeführt worden. Darüber hinaus wurde ein Workshop mit Anliegern, Planungsbüros, Künstlern und Akteuren im Stadtumbau durchgeführt bei dem das vom Stadtumbaubüro erarbeitete Zwischennutzungskonzept diskutiert, detailliert und ergänzt wurde. Nähere Informationen finden Sie hier. Mit der Eigentümergesellschaft wurde ein Gestattungsvertrag ausgehandelt, der vorsieht, dass das Gelände der Stadt für eine öffentliche Zwischennutzung überlassen wird. Während sich die Eigentümergesellschaft an den Pflegekosten beteiligt, übernimmt die Stadt die temporäre Herrichtung der Fläche sowie die Verkehrssicherungspflicht. Auf der Basis dieser Gestattung wurden bis Ende 2007 erste Maßnahmen wie die Einrichtung von Gärten vorgenommen. Die Erfahrungen fanden Berücksichtigung in einem Auswertungspapier "Zwischennutzung im Stadtumbau".

Eine Übersicht zu den verschiedenen Maßnahmebereichen und ihrer Verortung finden Sie hier.

Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Gelsenkirchen mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld finden Sie hier.