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Oer-Erkenschwick
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Herausforderungen und Strategien (Situationsbeschreibung zu Beginn des Forschungsfeldes) Die Stadt Oer-Erkenschwick liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes im Übergang zum ländlichen Raum. Schon seit der Kohlekrise in den 1950er Jahren und der Stahlkrise in den 1960er Jahren muss sich Oer-Erkenschwick, welches 1953 die Stadtrechte verliehen bekam, mit einem kontinuierlichen Rückgang der montangeprägten Industriebereiche auseinandersetzen und die Folgen abnehmender Arbeitsplatzangebote bewältigen. Noch heute liegt die Arbeitslosenquote um 16%, da es bislang erst in Ansätzen gelungen ist, Arbeitsplatzalternativen in der hoch technisierten Industrie oder in produktionsorientierten Dienstleistungsbereichen zu schaffen. Hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung nimmt Oer-Erkenschwick
unter den Stadtumbau West-Pilotstädten eine Sonderrolle ein: Trotz
des massiven wirtschaftlichen Strukturwandels und des Arbeitsplatzabbaus
ist die Stadt mit heute ca. 30.000 Einwohnern in der Vergangenheit kontinuierlich
gewachsen. Dieses Einwohnerwachstum ist auf den landschaftlichen Reiz
der nördlichen Emscher-Lippe-Region mit dem nahe liegenden Naturpark
Hohe Mark sowie auf die günstige verkehrsräumliche Lage zurückzuführen.
Neubürger sind daher auch Familien aus dem zentralen Ruhrgebiet,
die in Oer-Erkenschwick einen attraktiven Standort für ihr Wohneigentum
sehen. Die Stadt hat in der Vergangenheit auf diesen Bedarf mit ausreichend
Bauplätzen für Einfamilien- und Reihenhausbau reagiert. In unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegt der "Schillerpark",
eine Mitte der 1970er Jahre errichtete Wohnsiedlung mit 221 Wohnungen,
davon 66 Seniorenwohnungen. Die Anlage besteht aus drei terrassenförmig
angelegten Gebäudekomplexen mit jeweils neun bis zwölf Etagen
in den inneren und zwei bis vier Geschossen in den äußeren
Gebäudebereichen. Als Beispiel des mehrgeschossigen sozialen Wohnungsbaus
der 1970er Jahre stellt der "Schillerpark" einen städtebaulichen
Fremdkörper dar, dessen großstädtische Wohnform zudem
heute nicht mehr nachgefragt wird und der sich zu einem sozialen Brennpunkt
entwickelt hat. Ein Teilrückbau der Wohnanlage ist nach Prüfung
zahlreicher Alternativen durch die Eigentümerin - die Vestisch-Märkische
Wohnungsbaugesellschaft mbH (VMW) - unumgänglich. Die Stadt Oer-Erkenschwick steht vor der Herausforderung, den Strukturwandel von der Bergbau- und Industriestadt zur Wohn- und Freizeitstadt zu gestalten. Dabei steht mittelfristig die Aufgabe an, städtebauliche und funktionale Lösungen für den Umgang mit einer großen innerstädtischen Bergbaubrache zu finden und durch Teilrückbau die innerstädtische Wohnsiedlung "Schillerpark" zu sanieren und damit die Attraktivität der Innenstadt als Wohnstandort zu stärken.
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