Impulsprojekte

(Vorhabenplanung zu Beginn des Forschungsfeldes)

 

 
 

Die Impulsprojekte verteilen sich auf mehrere Stadtteile, die sich insbesondere durch ihr Baualter und ihre räumliche Lage in der Gesamtstadt unterscheiden. Die inhaltliche Ausrichtung der Impulsprojekte reicht von Anpassung der öffentlichen Infrastruktur über Aufwertung des öffentlichen Raumes bis zu zielgruppenspezifischen Umbauten von Wohngebäuden. Im Rahmen der Projekte kooperiert die Stadt eng mit verschiedenen ortsansässigen Wohnungsunternehmen.

Die Mehrzahl der Impulsprojekte wird im Gründerzeit-Stadtteil Lehe umgesetzt. Viele der gründerzeitlichen Gebäude wurden in den 1980er und 90er Jahren saniert, die Straßen wurden erneuert und zum Teil verkehrsberuhigt und begrünt. Trotz dieser Anstrengungen verzeichnet Lehe 2002 einen Wohnungsleerstand von 9%. Die prognostizierte Abnahme weiterer 20% der Stadtteilbevölkerung bis 2015 lässt ein Anwachsen des Leerstandes befürchten. In Lehe erfolgt seit Jahren ein Abwertungsprozess mit sozialer Entmischung, steigender Kriminalität und Ausweitung eines Rotlichtmilieus.

 


Lehe-Rickmerstraße
Der Fortzug vieler Familien mit Kindern aus Lehe ist u.a. auch auf die Etablierung der örtlichen Drogenszene im Stadtteil zurückzuführen. Im Rahmen von Stadtumbau West soll die Umnutzung einer leer stehenden Immobilie den Aufbau eines Suchtzentrums ermöglichen, um die Auswirkungen der Drogenszene auf die Wohnqualität im Viertel zu mindern.

Lehe-Schulen
Deichschule LeheZurückgehende Schülerzahlen führten im Jahr 2005 zur Schließung der Deichschule und der Theodor-Storm-Schule sowie zu der Notwendigkeit einer Zusammenlegung der getrennten Schulstandorte Zwingli-Schule I und II. Durch Abbruch und Umnutzung soll auf dem Gelände der aufgelassenen Deichschule eine öffentlich nutzbare Sport- und Freizeitfläche entstehen. Das Schulgelände der Theodor-Storm-Schule wird zu einem "Haus für Familie und Arbeit" umgenutzt. In Bezug auf die Zwingli-Schulen erfolgt eine Zusammenlegung beider Grundschulstandorte durch Sanierung und teilweisen Neubau eines Standortes und Stilllegung des zweiten Standortes.

Wulsdorf-Ringstraße

Das Wohngebiet Wulsdorf-Ringstraße wurde in den 1950er Jahren in vorrangig dreigeschossiger Zeilenbebauung errichtet und ist aufgrund der geringen Gebäudetiefen nach heutigen Maßstäben wohnungswirtschaftlich nicht mehr sanierungsfähig. Eine zielgruppenspezifische Umnutzung als modellhafte Einrichtung der stationären Altenpflege, unterschiedliche Formen des Altenwohnens sowie wohnortnahe Infrastrukturangebote für ältere Menschen sind geplant und werden durch Abbruchmaßnahmen in Teilbereichen vorbereitet.

Grünhöfe
In Grünhöfe, einem am Stadtrand gelegenen Wohnquartier der 1950er Jahre mit vorrangig drei- bis fünfgeschossigen Zeilenbauten, ist eine Stabilisierung der sozialen Arbeit durch Umsiedlung des Sozialzentrums Finkenstraße vorgesehen. Darüber hinaus werden Wohngebäude abgerissen und die entstehenden Freiräume bewohnerorientiert gestaltet bzw. renaturiert.

Wohnumfeldverbesserungen Geestemünde
Im Wohnquartier der 1960er Jahre sind Wohnumfeldaufwertungen für die Zielgruppen Kinder und Jugendliche angestrebt. Entsprechende Maßnahmen betreffen den Spielplatz Schiffdorfer Chaussee sowie die Wilhelm-Raabe-Schule.

Strukturfonds
Für den Rückbau von Wohnungsbeständen vorrangig der Quartiere Lehe und Leherheide West ist die Initiierung eines Strukturfonds für den vereinfachten Erwerb von ungenutzten bzw. verfallenen Gebäuden angestrebt.