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Projektdokumentation
(Stand 2007/2008)
Das Stadtumbau-Vorhaben in Osterholz-Tenever fußt auf einem bereits
im Jahr 2000 erstellten Konzept,
in dessen Mittelpunkt der Umgang mit zwangsverwalteten Wohnungsbeständen
mit hohem Leerstand und großem Modernisierungsstau stand. Gemäß
den Beschlüssen des Bremer Senats gründeten die landeseigene
Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG) und die GEWOBA Aktiengesellschaft
Wohnen und Bauen als größter Wohnungseigentümer in Tenever
Ende Februar 2003 eine Projektgesellschaft zur gemeinsamen Umsetzung
des erarbeiteten Konzeptes. Beide Unternehmen waren an der Projektgesellschaft
Osterholz-Tenever Grundstücksgesellschaft mbH & Co.KG (OTG)
zu jeweils gleichen Anteilen beteiligt. Die Projektgesellschaft OTG
übernahm mit ihrer Gründung die weitere Organisation, Planung
und Umsetzung des Stadtumbau-Vorhabens auf der Basis eines städtebaulichen
Vertrages mit der Freien Hansestadt Bremen. Im Juli 2006 übernahm
die GEWOBA die Anteile der BIG an der Projektgesellschaft OTG und somit
die alleinige Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg der
Projektgesellschaft. Nähere Informationen zum Modell der öffentlich-privaten
Partnerschaft finden sie hier
und in einer Präsentation
von Ralf Schumann, Geschäftsführer der OTG bei einer Projektwerkstatt
in Oer-Erkenschwick.
Umbau von Wohnungsbestand und wohnbegleitenden Einrichtungen
Der
Einstieg in die Umsetzungsphase erfolgte im April 2004: Mit der Aktion
"Kunst auf allen Etagen" und einem Musik untermalten Feuerwerk
startete der Abriss
des so genannten Kessler-Blocks. Die baulichen Maßnahmen orientieren
sich an einem Plan,
der seit dem Start die Modernisierung von Gebäuden, den Rückbau
von Gebäuden und Gebäudeteilen sowie die Aufwertung von Wohnumfeld
und Infrastruktur konsequent miteinander verknüpft. Für die
Umsetzung von Mietern wurde ein Umzugsmanagement initiiert. Nähere
Informationen zum Umzugsmanagement in Bremen und weiteren Pilotstädten
finden Sie hier.
Die Erfahrungen mit dem Umbau-Konzept wurden einer ständigen Zwischenauswertung
unterzogen und führten zu konzeptionellen Anpassungen: 2006 reifte
die Entscheidung, dass ein zusätzlicher Rückbau von Gebäuden
im nördlichen Siedlungsbereich der Leerstandsentwicklung gerecht
würde und gleichzeitig auf den Rückbauflächen Entwicklungsmöglichkeiten
in anderen Wohnungsbausegmenten, insbesondere im Eigenheimbau eröffnen
kann. Dieser zusätzliche Abriss, der das gesamte Rückbauvolumen
auf ca. 1000 Wohneinheiten ansteigen lässt, wird in 2008 abgeschlossen
sein. Auf der Basis eines städtebaulichen Wettbewerbes für
die zusammenhängende Rückbaufläche im Norden des Gebiets
wird 2008 ein Masterplan erstellt, der die Grundlage für die anschließende
Investorensuche darstellt.
Im
Sinne erhöhter sozialer Sicherheit wurden die Eingangssituationen
in der Siedlung verändert: Statt über viele separate Hauseingänge
betreten die Bewohner nun die Wohnhäuser über ebenerdige übersichtliche
Eingangsbereiche mit Concierge-Loge. Ein Farbkonzept für die Fassadengestaltung
ergänzt die Bemühungen um einen neuen
Eindruck der Hochhaussiedlung.
Wohnumfeldmaßnahmen
Im Vordergrund der konzeptionellen Überlegungen insbesondere der
Freiraumgestaltung stand und steht der alltägliche Nutz- und Gebrauchswert
für möglichst viele Nutzergruppen. Unter dem Motto "Grün
für alle" wird schrittweise eine für unterschiedliche
Bewohnergruppen (ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen
mit Migrationshintergrund etc.) nutz- und erlebbare Gestaltung der Grün-
und Freiflächen sowie die Erprobung von Zwischennutzungen vorgenommen.
Die Umsetzung einer zeitlich begrenzten Nutzung als Rapsfeld auf der
Fläche des abgerissenen Kessler-Blocks ist bereits 2005 initiiert
worden. Die Erfahrungen mit diesem Vorhaben sind in ein Auswertungspapier
zur "Zwischennutzung
im Stadtumbau" eingeflossen. Nähere Informationen des
Gutachterteams zum Freiraumkonzept finden Sie hier.
Im Vordergrund von Nachnutzungsüberlegungen für die durch
Abriss freigelegten Flächen steht derzeit, inwieweit potenzielle
Investitionen von Einzelhandel und Dienstleistungen im Sinne einer "Neuen
Mitte" gebündelt werden können. Darüber hinaus ist
aber für Teilbereiche auch eine Neubebauung mit Einfamilienhäusern
im Gespräch.
Imageaufwertung
Der Erfolg der baulichen Umgestaltung von Tenever wird nur in Zusammenhang
mit einem Imagewandel gesehen. Vor diesem Hintergrund wurde ein Stadtteilmarketingkonzept
für den Umbauprozess erarbeitet, das den Einsatz unterschiedlicher
Kommunikationsinstrumente jeweils angepasst an den Umbaufortschritt
vorsah. Seit 2004 begleiteten die Wort-/Bildmarke "Quartier Tenever",
die vierteljährlich erscheinende Quartierszeitschrift "Quartiersblick",
Anzeigenkampagnen und Events den Stadtumbau-Prozess. Im März 2007,
als Rückbau und Modernisierung weit fortgeschritten waren, erfolgte
der Auftakt für eine noch offensivere Image- und Vermarktungskampagne,
die zum Ziel hat das problematische Image von Tenever positiv zu beeinflussen
und damit Neumieter für Tenever zu gewinnen. Um diese Ziele zu
erreichen, nimmt die Imagekampagne die bestehenden Vorurteile der Öffentlichkeit
gegenüber dem Ortsteil auf und setzt diesen die sichtbaren Erfolge
des Stadtumbaus entgegen. "OTe" wurde neuer Quartiersname
der Kampagne, welche zwischen März 2007 und September 2007 in drei
Phasen lief:
Phase 1 "Teaser-Kampagne":
Als
Neugier weckendes Element wurden stadtweit großflächige Plakate
und Poster eingesetzt, die keinen direkten Bezug zum Produkt aufwiesen.
Die Slogans lauteten: "OTe häh?", "OTe beisst nicht!"
und "Sach nix gegen OTe".
Phase 2 "Auflösung":
Hier wurde durch eine Website, Plakate, Zeitungsbeilagen, Werbepostkarten
etc. aufgelöst, was OTe bedeutet.
Phase 3 "Vermarktung":
Über die Website, die Zeitung oder Griffhänger an Haltestangen
von Bussen werden konkrete Wohnungsangebote vermarktet.
Die Prozessfortschritte des Stadtumbau-Vorhabens Tenever und Eindrücke
von der Imagekampagne werden auf der Website www.ote-wohnen.de
und www.bremen-tenever.de
vermittelt. Einen umfassenden Überblick geben auch die Präsentation
von Klaus Stadler, Mitglied des Vorstands der GEWOBA AG Wohnen und Bauen,
beim Fachöffentlichen Forum des ExWoSt-Forschungsfeldes Stadtumbau
West in Kassel im Herbst 2006 und der Beitrag
von Herrn Martin Paßlack, Prokurist der GEWOBA beim Fachöffentlichen
Forum in Essen 2007.
Das Übersichtsdokument zum Pilotvorhaben Bremen-Osterholz-Tenever
bzw. Bremen-OTe mit Würdigung der Erkenntnisse im ExWoSt-Forschungsfeld
finden Sie hier.
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